ANNÄHERND WEISS

Die Künstlergruppe der Produzenten-Galerie 42 im Dortmunder Kreuzviertel greift mit ANNÄHERND WEISS ein Thema auf, dem unter kunsthistorischer Perspektive eine besondere Aktualität zuzukommen scheint.

Der Aufbruch in die Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts offenbarte eine kritische Auseinandersetzung der bildenden Kunst mit der Explosion der Technik, der Relativitätstheorie und der Quantenphysik. Die Tür zur Abstraktion war weit geöffnet. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs verkündete Kasimir Malewitsch: „Fliegerkameraden, folgt mir, fliegt! Vor uns erstreckt sich der weiße Abgrund.“ 

Und heute? Der Aufbruch der Moderne erscheint wie ein Abbruch der Moderne, das Weiss der Schneefelder nimmt kontinuierlich ab, das Weiss der Arktis schmilzt dahin, der weisse Bär droht auszusterben, die weisse Weste wird zum raren Kleidungsstück, der Fortschrittsglaube weicht dem Pessimismus, droht sich am Ende alles in Weiss aufzulösen? Was bedeutet das für die Kunst heute? Wie ein Reigen könnte man meinen schließt sich der Kreis von Malewitsch’ weissem Abgrund zu heute.

»Coney Island« Fotografie